The Why | Sinn.stiftend

Wir freuen unsüber die Freude, die dieses Projekt macht. Sie ist unser Motor, unser Leitstern und die herzliche Einladung zum Mitmachen, dabei sein, unterstützen – und seies allein durch den finanziellen Beitrag. Wir freuen uns über das Unsichtbare und Sichtbare, das hier entsteht: ein Ort, eine Oase, die wächst und gedeiht. Oft rücken wir dafür die positiven Auswirkungen für unseren überladenen Alltag in den Vordergrund, die Pause für unser Nervensystem, die die Gartenarbeit mit sich bringt. Wir versuchen die Menschen in ihrem Alltag & Sein abzuholen und mitzunehmen. Lösungen für die individuellen Probleme des modernen Lebens anzubieten, anstatt mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger zu wedeln.

Gleichzeitig möchte neben dem fröhlichen Plätschern und Gluckern kurz ernst einkehren und erinnert werden, welches Potential Projekte wie die kleine SoLaWiR in Grafing bergen. Welche Tiefe sie haben und ausdrücken, warum es gerade jetzt wichtig ist, dabei zu sein, im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen und nochmehr Menschen dazu einzuladen, sich auf den Weg zu machen.

 

Das Wassermelonen-Dilemma

Dieses Dilemma beruht darauf, dass wir, sobald es heiß & eindeutiges Freibadwetter ist in einem der Supermärkte Wassermelonen kaufen gehen - als Erfrischung und für das schöne Sommergefühl. Die Wassermelonen haben dann vielleicht keine Saison oder kommen von sehr weit her, wo sie beim Anbau Wasser in Regionen verbrauchen, die es eigentlich nicht (mehr) haben. Es steht dafür, dass wir mit unserem Konsum genüsslich & bewusst ahnungslos eine Abwärtsspirale in der (globalen) (Land)wirtschaftbefeuern und sich damit wieder die Katz in den Schwanz beißt.

So wie wir auch weiter Äpfel aus fernen Ländern kaufen gehen, während sie bei uns neben dem Edeka am Baum hängen und sogar mit gelbem Bandl versehen frei geerntet werden dürfen. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und verlassen uns auf eine globale Infrastruktur, die angesichts vielfältiger Krisen mindestens fragil sein muss.

 

Ernährungssouveränität

Wer deswegen möglicherweise von der Angst getrieben ist, darf sich das Stichwort Ernährungssouveränität genauer ansehen. Darin enthalten sind genau die Ansätze, die SoLaWis verfolgen. Und wie sie bei uns auch in der Satzung über Umweltschutz und Bildung verankert sind.


„Ernährungssouveränität fordert die Entwicklung lokaler und regionalerSelbstversorgung und möglichst enge Beziehungen zwischen Produktion und Verbrauch. Mit nationaler Autarkie als politischer Doktrin hat dies nichts zu tun. „

 

„Ernährungssouveränität ist das Recht der Völker auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt. Sie ist das Recht auf Schutz vor schädlicher Ernährung. Sie ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und der transnationalen Konzerne.“

 

„Das Konzept ist auch als „Gegen-Konzept“ zur Ernährungssicherheit zu verstehen, da unter dem Begriff Ernährungssicherheit auch Programme und Maßnahmen fallen können, die sich negativ auf Kleinbauern und die ländlichen Armen auswirken.“

 

Das ist derBeitrag, den wir leisten und bei dem wir rund 300* Menschen aus der Region mitnehmen können durch regionalen & regenerativen Anbau von Lebensmitteln, der mit kurzen Transportwegen, ohne Verpackung, ohne Pestizide einhergeht.
Dazu gehören Dinge wie der Agroforst und Hecken, Rückzugsorte für eine vielfältige Tier- und Insektenwelt, die SoLaBees, der Aufbau des Bodens und der schonende Umgang mit Ressourcen. Und ganz wichtig gehört dazu der Aufbau einer lokalen Gemeinschaft, die sich kennt und aus ihren unterschiedlichen Fähigkeiten ein festes Netz spinnt, das trägt. Ein doppelter Boden, falls der andere mal wackeln oder wegbrechen sollte.

 

 

Seid anders egoistisch

Wer gesundes Gemüse will, braucht gute und glückliche Gärtner. Er braucht Projekte wie dieses und die Gemeinschaft. Wer gute Luft und im Sommer ein kühles schattiges Plätzchen möchte, muss Bäume und Büsche pflanzen und pflegen. Und auch, wer gern Vögel singen hört. Wer im Alter nicht einsam sein möchte, wer möchte, dass seine Kinder einen Bezug zur Natur bekommen, wer nicht mit latent schlechtem Gewissen im Supermarkt kaufen möchte, wer Frieden möchte. Drum denk an dich und deine Liebsten.

 

Es ist dabein icht wichtig, einer Meinung zu sein, sondern entschlossen mit Freude und in Vielfalt ein paar gemeinsame Schritte in eine aufbauende Richtung zu gehen. Es mag ein Tropfen auf den heißen Stein der globalen Brennplatte sein, doch die Intention folgt der Aufmerksamkeit. Nehmt diese, eure (!) Aufmerksamkeit – euer höchstes Gut – den Räubern wieder weg und investiert es gewinnbringend.


*Rechnung beruhend auf 100Mitgliedshaushalten mit durchschnittlich dreiPersonen.

Quellen:

  • https://www.weltagrarbericht.de/themen/ernaehrungssouveraenitaet/
  • https://www.solidarische-landwirtschaft.org/ueber-solawi/vision-und-grundprinzipien/#accordionHead8056