Deine Gemüse, das unbekannte Wesen | die Gartenbohne

Die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris)

Mindestens zehn Minuten gegart von Monika Lamberts-Hengster

Sie wird auch grüne Bohne, Schnittbohne und je nach Wuchsform Buschbohne oder Stangenbohne genannt und ist in Deutschland fast immer gemeint, wenn man von „Bohnen“ spricht. Neben den klassischen Grünen gibt es auch gelbe milde Wachsbohnen sowie violette oder blaue Varianten, die beim Kochen die Farbe wechseln. Dazu gehört auch die Sorte Purple Teepee, bei der wir dies dieses Jahr selbst ausprobieren können.

Besonders zarte Delikatessbohnen, breite Schnittbohnen, dicke Ackerbohnen Puffbohnen und Feuerbohnen bereichern die Farb-, Formen- und Geschmackspalette.

Nicht die Bohne langweilig!

Die praktischen Bohnen sind sehr alte Kulturpflanzen und kamen ursprünglich aus Mittel- und Südeuropa. Sie wurden seit dem 16. Jahrhundert auch in Europa zum festen Bestandteil der Ernährung, da sie vielseitig zubereitet und sowohl saisonal gegessen als auch getrocknet gelagert werden können. Schon im Mittelalter galten sie als Massenware, einzelne Bohnen waren – nicht die Bohne – etwas wert.

Botanisch gehören unsere Gartenbohnen zu den Leguminosen (Hülsenfrüchtlern). Sie gehen eine spannende Zusammenarbeit mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln ein. Dadurch können sie ihren eigenen Dünger herstellen und sowohl sich selbst mit Stickstoff versorgen als auch den Boden für die nächsten Kulturen verbessern.

Durch ihre gesunden Inhaltsstoffe wie pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, Eisen, Magnesium und Kalium unterstützen sie die Verdauung und werden mit positiven Effekten auf den Blutzuckeranstieg, Cholesterin und das Herz-Kreislaufsystem in Verbindung gebracht. Nahrhaft, sättigend aber mit wenig Fett und kalorienarm sind sie definitiv ein Küchen- und Gesundheitsplus, Rezepte und Anregungen zur Verwendung finden sich leicht.

Bohnen in den Ohren?

Wichtig für einen problemlosen Verzehr ist ausreichendes Garen, roh sind Bohnen unbekömmlich bis giftig. Mindestens 10 Minuten müssen sie gekocht werden, damit das giftige Protein Phasin zerstört wird. Gegen Blähungen soll Bohnenkraut helfen. Falls nicht, dann bleibt sie die – angeblich gerade deswegen gesunde – musikalische Frucht aus dem Kinderlied „Bohnen, Bohnen“.  Schuld an den Tönchen ist der hohe Gehalt an Oligosacchariden, der beim Verdauen Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan produziert. Hier könnte man sich – Bohnen in den Ohren – vielleicht dann doch mal taub stellen.

Dumm wie Bohnenstroh?

Wer sich früher kein normales Getreidestroh für seine Schlafmatratze leisten konnte, musste auf das gröbere (dumme) Stroh aus den Bohnenpflanzen zurückgreifen, mangelnde Bildung wurde damals mit Dummheit gleichgesetzt.

Dumm wollen wir nicht sein oder bleiben und können aus den Quellen noch ganz viele Informationen über die großartigen Bohnen lernen. Praktisch üben wir an den Sorten Marona, eine frühe Buschbohne, Birgit, eine Ackerbohne und dem Farbwunder Purple Teepee, die wir alle diese Saison [2026] ausprobieren können. Lasst es euch schmecken!



QUELLEN 💦 :